Kloster Chorin - Des Landes schönster Schmuck

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Episoden

 Kloster Chorin

 

Vom Himmel gefallen ist viel

und viel ist verloren,

vergangen wie Regen im Wald

sind Ritter, Mühle und Hospital.

 

Aber Feuerwanzen und Schwertlilien

bauen weiter an der Stille,

in der das Regelwerk der Feldmäuse tickt:

Gräben ziehen, Gänge bauen,

zugemauerte Räume öffnen.

Von Ewigkeit zu Ewigkeit

bilden sie den Nachwuchs aus;

so nah bei und vom Fach –

das wundert mich nicht –

passgenau fabrizieren sie

das Kreuzrippengewölbe.

 

Lichtnelken treiben die Empore.

Die kann sich sehen lassen!

Und der Drossel sei Dank

für die brillanten Wandmalereien

(die großmütige Spenderin fackelt nie lange).

Die Südseite, große Teile der Kirche

und das Klausurgebäude leisten Gänseblümchen

in lächelndem Schweigegelübde.

Und nun krönt taufrisches

grasgrünes Gestühl den Bau.

Der Kapitelsaal entsteht neu aus Nachmittagslicht.

 

Es ist Zeit und es ist schön,

so wie es ist.

 

Da stürzt ein menschlicher Triller,

stürzt ins Blaue

und die Mücken fackeln nicht lange.

Ob Budenzauber ob Abendgesellschaft,

ich genieße und bin ein gefundenes Fressen.

 

Wenig wird überliefert,

den Rest holt der Kuckuck.

 

Es ist schön, so wie es ist.

 

 

                                    Anna Hoffmann