tägliche Öffnungszeiten: Sommerzeit 9.00 Uhr – 18.00 Uhr | Winterzeit 10.00 Uhr – 16.00 Uhr I Klostercafé: 12 bis 16 Uhr (nur Sa/So)

Das ehemalige Zisterzienserkloster Chorin liegt malerisch hinter dem Weinberg an einem See. Hoch ragen die roten Backsteinmauern empor und können es mit dem alten Baumbestand im Park aufnehmen. Die gotische Formensprache und die filigrane Ornamentierung der großen Dome wie beispielsweise in Köln, Paris und Siena, wurden hier erstmals in Brandenburg in den Backstein transformiert. Chorin ist daher ein Schlüsselwerk der norddeutschen Backsteingotik. Viele weitere Kirchenbauten der näheren und ferneren Umgebung wurden nach dem Vorbild der Choriner Zisterzienserkirche errichtet. Hier sind die Franziskanerkirchen in Berlin und Angermünde sowie die Marienkirche in Neubrandenburg zu nennen.

Bau des Klosters Chorin

Das älteste Klostergebäude in Chorin dürfte die Klostermühle gewesen sein. Am Chorin-See befanden sich bereits vor der Klostergründung zwei Wassermühlen. Eine der beiden Mühlen wurde von den Zisterziensern ausgebaut und zu einem großen Werkhaus weiterentwickelt. Diese Mühle ist heute noch als Granitsteinruine westlich der Klosteranlage zu erkennen. Ab 1273 begannen die Choriner Zisterzienser mit dem Bau der Kirche. Der hohe polygonale Chorabschluss war eines der ersten Bauwerke. An der Steinherstellung und der Konzeption, der Planung des Baus waren die Mönche selbst beteiligt. Handwerkliche Tätigkeit war, anders als bei anderen Orden der Zeit, ein zentraler Bestandteil des Alltags der Mönche. Die Selbstversorgung und das Bilden des Gotteshauses waren so wichtig, wie das Chorgebet oder die Messfeier.
Der Ton wurde aus der Umgebung gefördert und in Feldbrennöfen brannte man die Ziegel und Formsteine. Am Chor schloss sich der Bau des Ostflügels an, dann der heute nicht mehr erhaltenen Südflügel und letztlich der Westflügel. Das Pfortenhaus und der hohe Westgiebel, die repräsentative Schauseite der Klosterkirche, entstanden ab 1280. Die Westwand wurde wahrscheinlich im 1300 vollendet.1 Danach erfolgte mit der Anfügung der westlichen Kirchenhälfte an den vorderen Kirchenbereich, die Schließung der Anlage im Uhrzeigersinn.

Neben dem Ostflügel befand sich im so genanten Abthaus eine Infirmaria, ein Hospital oder Erholungshaus für Kranke. Die Kranken- und Armenpflege sowie die Pflege von Findelkindern waren wesentliche Aufgaben der Zisterzienser. Daher gab es in der Regel verschiedenen Bereiche in- und außerhalb der Klausur, in denen kranke Ordensmitglieder und Pilger je nach Schwere der Krankheit untergebracht wurden. Nach der Auflösung des Klosters in der Zeit der Reformation 1542 erfolgten verschiedenste Nutzungen. Im 17. Jahrhundert entstand der Verbindungsbau zwischen dem früheren Hospitalbau und der Klausur. Im 18. Jahrhundert diente der Ostflügel als Invalidenhaus. Im ehemaligen Abthaus zog der Amtmann mit seiner Familie ein. So wurden Ostflügel und Abthaus seit der Säkularisierung immer wieder als Wohngebäude genutzt. Seit 2007 wurden diese Gebäude nach und nach als ansprechende Ausstellungsräume den Besuchern zugänglich gemacht. Daher findet der Besucher keine verschlossenen Türen mehr vor. Alle mittelalterlichen Bauten sind zu besichtigen.

Karl Friedrich Schinkel bestand darauf, die Viehwirtschaft aus den Klausurgebäuden auszulagern. Daher entstanden Mitte der 19. Jahrhunderts zahlreiche Stallbauten aus Feldstein, Fachwerk und Ziegelbau im Süden der ehemaligen Klosteranlage. Das heutige Eingangsgebäude mit dem Kassen- und Shop- Bereich ist ein ehemaliger Stall aus dieser Zeit. Hier befinden sich die Verwaltung des Klosters und verschiedene Räume für zusätzliche Ausstellungen, Seminare und museumspädagogische Projekte.

Fußnoten: 
  1. Dirk Schumann, Herrschaft und Architektur, Otto IV und der Westgiebel von Chorin., 1997, Lukas Verlag, Berlin, S.60.