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Kloster Mariensee

1258 erfolgte die Gründung des Zisterzienserklosters Mariensee auf dem Parsteinwerder ca. 8 km vom späteren Kloster Chorin entfernt. Es war die Stiftung der brandenburgischen Markgrafen Johann I. und Otto III., die auf der Insel im Parsteiner See das Haus- und Begräbniskloster der Askanier stifteten. In der Stiftungsurkunde, die am 2. September 1258 in Spandau ausgestellt wurde, heißt es:

(…) Deshalb wollen wir jetzt und in Zukunft allen Christgläubigen bekannt machen, dass Wir, entflammt von göttlichem Eifer und in heiliger Erinnerung an Unsere Vorfahren, (…) zur Vergebung Unserer Sünden und um das ewige Leben zu erlangen, zur Ehre Gottes des Allmächtigen und der ruhmreichen Gottesmutter mit Unserem ehrlichem Willen und dem Einverständnis Unserer Nachfolger einen Ort aus unserem Besitz, nämlich die offensichtlich größere, vom Parsteinsee umschlossene )Insel, diesen See selbst und verschiedene andere Inseln (…) mit Bergrücken und Hügeln, vom See umgeben, mit dem Pflug nicht zu bearbeiten und unzugänglich sowie weitere Seen und Sümpfe (…) an den Herrn Abt und die Brüder von Lehnin übergeben und übertragen mit allen uneingeschränkten Rechten und Nutzungen zum Bau einer Abtei des Zisterzienserordens, die nach unserem Beschluss St. Mariensee genannt werden soll. (…) 1

Schon aus der Stiftungsurkunde wird deutlich, dass dieses Gelände nicht sehr günstig für den Betrieb einer Klosteranlage sein würde. Das Gebiet war schwer zu erreichen und Fließgewässer für die Klosterhygiene, Wasserkraft und die entsprechende Trinkwasserversorgung waren nicht vorhanden. Der Ort wurde allem Anschein nach deshalb von den Landesherren gewählt, weil sich hier ein slawischer Ringwall und später eine Burg befanden, die auch von den Askaniern als Turmburg genutzt wurde. Man wollte dem neuen Kloster von Anfang an diese Herrschaftsfunktion zukommen zu lassen. Der Platz war durch den frühren Burgenbau herrschaftlich legitimiert. Schwere Zugänglichkeit, nahe Seen und Sümpfe sind gute Verteidigungsgrundlage für eine Burg, schlechte Vorraussetzungen jedoch für ein Zisterzienserkloster. Daher erfolgte 1273 die Verlegung der Klosteranlage nach Chorin. 1266 fand die Bestattung des Stifters Markgraf Johann I. auf dem Pelitzwerder statt. Später wurde er nach Chorin umgebettet. In dieser Zeit ist auch die Entscheidung für die Verlegung des Klosters Mariensee nach Chorin gefallen. Von 1266 an wurden stückweise die Vorbereitungen für die Verlegung getroffen. Der Abt von Mariensee beantragte die Verlegung beim Generalkapitel in Citeaux.2 Es erfolgte ein Tausch mit dem wendischen Dorf Ragöse. Dieses verfügte über das Land am Chorin- See, dass die Söhne des Markgrafen Johann I. und die Zisterzienser für den Klosterbau geeigneter fanden. Das Dorf Ragöser erhielt im Gegenzug 32 Hufe Lehensland in Parstein. Im Jahre 1273 bestätigten die Söhne Johann I. , Johann II, Otto IV und Conrad die Verlegung des Klosters an den Chorin- See. Im gleichen Jahr und erneut 1274 bestätigte Papst Gregor X. dem Kloster in Chorin und den dort lebenden Zisterziensern deren Besitztümer.3 In den folgenden Jahren vermehrte sich der Besitz des Klosters durch Schenkungen und Ankauf verschiedener Ortschaften. Auch der politische Einfluss nahm zu.

Fußnoten: 
  1. Gunther Nisch, Urkunden der ehemaligen Zisterzienserabtei Chorin, Teil 1 Askanierzeit 1258 – 1319, in: Choriner Kapitel, Heft 10, S. 17 f.
  2. Brandenburgisches Klosterbuch, Bd. 1 , Berlin, be.bra Wiss.-Verl., S. 329 f.
  3. Gunther Nisch, Urkunden der ehemaligen Zisterzienserabtei Chorin, Teil 1 Askanierzeit 1258 – 1319, in: Choriner Kapitel, Heft 10, S.58.