Öffnungszeiten: Sommerzeit täglich 9.00 Uhr – 18.00 Uhr | Winterzeit täglich 10.00 Uhr – 16.00 Uhr I Klostercafé: 10 bis 18 Uhr

Die Reformation bedeutete auch in Chorin das Ende des klösterlichen Lebens. 1542 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisierung aufgelöst. Dennoch war und ist Chorin seit dem ungebrochen - schon allein des Bauwerkes wegen – ein explizit spiritueller Ort, wo es seit der Reformation geistliches Leben gab und wo bis heute, ohne wesentliche Unterbrechung, kontinuierlich Gottesdienste abgehalten werden.

Zunächst fungierten der erhaltene Chorraum und das Querhaus der Abteikirche als „Amtskirche“ Eine eingebaute Kanzel zeugte vom reformatorischen Geist und der zunehmenden Bedeutung der Wortverkündigung.

Wegen der vom Einsturz bedrohten Gebäudesubstanz diente nach 1662 der einstige Brüdersaal der Mönche am Südende des Ostflügels des Klosters als Kirche. Auch die Einwohner der Ragöser Mühle und die im 18.Jh. angesiedelten Kolonisten von Sandkrug, Theerofen und Neuehütte wurden vom Pfarramt Brodowin aus geistlich betreut.

Der Raum erfuhr mehrfach dramatische architektonische Veränderungen. Was aber bis heute erhalten ist und das Rauminnere entscheidend prägt, ist die einzige Säule in der Raummitte, auf der das gesamte Rippengewölbe ruht. Diese Gestaltung verleiht dem Raum die sakrale Würde und bringt eine ganz hervorragende Akustik mit sich.

Eine vom Amtsrat P. H. Meyer 1833 angeregte neue Ausstattung hatte 95 Jahre Bestand. Der „Evangelische Schutzbund für das Kloster Chorin“ initiierte 1928 wiederum eine neue Gestaltung (Altar, Kanzel, Gestühl; s.Bild), die bis1968 das Aussehen prägte. 1970 wurde eine neu gestaltete Kapelle eingeweiht, die als lichtdurchfluteter, zisterziensisch karger Raum im Grunde dem heutigen Aussehen entspricht. Im Jahr 2009 ist die Kapelle frisch ausgemalt und das Gestühl grundlegend überarbeitet worden und die Gemeinde und Besucher erfreuen sich an diesem architektonischen und geistlichen Kleinod.

Hier finden heute regelmäßig Gottesdienste (15.1./ 19.2./2017) statt. Es ist ein festlicher Ort für Trauungen und Taufen aus der Gemeinde, aber auch von Christen, die Chorin als besonderen Ort schätzen und lieben. An jedem letzten Sonnabend des Monats und am Karfreitag findet um 10:30 Uhr das ökumenische „Choriner Morgengebet“ statt, ein liturgischer Gottesdienst, der den Stundengebeten der Zisterzienser sehr entspricht.

Seit 1992 werden jährlich die „Kapellenkonzerte im Kloster Chorin“ veranstaltet. Damit ist eine kleine kammermusikalische Konzertreihe neben dem großen „Choriner Musiksommer“ entstanden, die immer wieder begeisterte Hörer findet für die erlesenen Programme geistlicher und weltlicher Musik vom Mittelalter bis zur Moderne.

Der „Evangelische Chorinbund“ veranstaltet seit 1923 das „Evangelische Chorinfest“ als regionalen Kirchentag am 1. Sonntag im September. Trotz der Widerstände der nationalsozialistischen Diktatur und der DDR-Zeit, war es gelungen, diese Kirchentage zur geistlichen Stärkung der evangelischer Christen durchzuführen. Es gab regelrechte Prozessionen vom Bahnhof Chorin bis ins Kloster. Bischof Dibelius predigte in einer bewegten Zeit in Chorin, aber auch die Bischöfe Forck und Huber haben auf Chorinfesten das Wort verkündigt und Chorin immer als eine Stätte besonderer geistlicher Ausstrahlung gewürdigt.

Oft wird das Chorinfest verknüpft mit landeskirchlichen Aktivitäten und es ist bis heute ein lebendiges und gut besuchtes Fest, auf dem die Vielfalt des evangelischen Lebens sichtbar und erlebbar wird.

Andreas Lorenz, evangelischer Pfarrer