25. März 2018 bis 27. Mai 2018

Lichtungen

Künstlerin: Sylvia Seelmann

Zeitgenössische Kunst - Sylvia SeelmannDie Berliner Malerin Sylvia Seelmann stellt expressive Landschaftsmalereien aus ihrem Werkzyklus „Lichtungen“ aus. Einige der Bilder zeigen auch die unmittelbare Umgebung und das Kloster Chorin im Verborgenen.

Inspiriert von einer Pilgerwanderung auf dem Franziskusweg von Florenz nach Assisi malt Seelmann lichtdurchlässige Landschaften, die im Spannungsverhältnis zwischen Zwei- und Dreidimensionalität stehen.

Wege führen in die Tiefe, gestürzte Baumstämme kreuzen den Bildraum. In den spannungsreichen Bildkompositionen sind gefällte oder geborstene Baumstämme, entwurzelte Bäume und Schatten ins Zentrum gerückt und bilden einen Einschnitt in die scheinbare Idylle des Ortes.

Die oft intensivfarbigen Untermalungen, die auch in fertigen Bildern sichtbar bleiben, stehen am Anfang des Malprozesses. Darauf folgt das sukzessive Übermalen der leuchtenden Fläche. Die daraus resultierende leuchtende Durchlässigkeit der Bildstruktur, sowie die impulsive Pinselführung erzeugen Energiefelder, die auf den Betrachter überzugehen scheinen. „Ich nutze die Farbe in ihrer äußersten Leuchtkraft und in ihrer tiefsten Dunkelheit, um Licht sichtbar zu machen und Kraftfelder zu erzeugen“, beschreibt die Künstlerin ihren Malprozess.“ (Anna Knüpfing über die Malerei von Sylvia Seelmann)


Samstag, 12. Mai 2018 bis Juli 2018

IMAGO oder die Erfüllung der Flügel

Künstler: Jan Tilman Kretzschmar

Zeitgenössische Kunst - Jan Tilman KretzschmarNeue Zeichnungen von Jan Tilman Kretzschmar. Der Choriner Kapitelsaal versammelt die großformatigen Tuschezeichnungen von Jan Tilman Kretzschmar zu einem Fries poetischer Szenerien.


14. Juli 2018 bis 9. September 2018

Lücke im Wald

Künstlerin: Christiane Bergelt

Zeitgenössische Kunst - Christiane BergeltBilder als Ansammlungen, Überbleibsel vom Tun und vom Lassen. Erst bewegungslos, dann flink wie sonnenbadende Eidechsen tauchen Figuren in Bildräumen auf und ab. Häufig dient Papier als Bildträger. Seit sieben Jahren lebt Christiane Bergelt im Wald in Chorin. Die Tätigkeit als Malerin entzündet sich an Farbräumen und Körpern. Ereignisse, Worte und Ideen sind notwendige Störfelder um zum Format hingebeugt herauszufinden, wann und warum es ein Bild ist.

Christiane Bergelt wurde im vergangenen Jahr der Nachwuchsförderpreis des Landes Brandenburg von Kulturministerin Martina Münch verliehen. Dieser wird jedes Jahr im Rahmen des Brandenburgischen Kunstpreises ausgelobt.


2. September 2018 bis 12. Oktober 2018 (Installation im Kirchenschiff)

ALSWIE

Künstlerin: Sigrun Menzel

Zeitgenössische Kunst - Sigrun MenzelIm Rahmen des Evangelischen Chorinfestes und des Landesposaunentages am 2. September 2018 wurde in der Klosterkirche des Klosters Chorin die Installation von Sigrun Menzel eröffnet.

Am 2. September 1258 wurde das Kloster Mariensee, der Vorgängerbau des Klosters Chorin gegründet. An diese Stiftung der askanischen Markgrafen vor genau 760 Jahren erinnert die Osnabrücker Installationskünstlerin mit exakt 1258 weißen Stoffservietten.

Die Kirche im Kloster Chorin ist eine Ruine und Ruinen sind eine Aufforderung, die eigene Vorstellungskraft zu nutzen und sich das Fehlende dazu zu denken. Zentraler Aspekt dieser Installation ist die Vergegenwärtigung der Zeitgleichheit von Himmel und Erde, von spirituellem und weltlichem Leben, von Licht und Schatten und ihre gegenseitige Durchdringung. Insofern ist die Installation „ALSWIE“ Kommunikationsgeschehen mit dem Raum, der Zeit und den Menschen vor Ort. Sigrun Menzel inszeniert in den Raum hinein und macht sichtbar: „Was weg ist, ist nicht weg.“

Der Anfang ist in der evangelischen Kapelle: Ein Stapel weißer Stoffservietten, ein Baumwollseil, Holzwäscheklammern rechts unten auf dem Boden. Die Materialien sind zisterziensisch einfach und profan. In ihrer Schlichtheit laden sie ein zur Betrachtung und zur Meditation. Die Stoffservietten sind aus verschiedenen Zisterzienserklöstern (Kloster Marienstern, Kloster Seligenthal, Kloster Thyrnau, Kloster Bochum-Stiepel, Kloster Himmerod, Kloster Chorin) und von Textilservice Reichel (Beelitz). Die Servietten liegen ungefaltet. Ungefaltete Servietten heißen in der Wäschesprache „ungebrochen“. Im Kirchenschiff oben hängen weiße „ungebrochene“ Servietten an einem Baumwollseil „mit Seele“ (Sprache der Seilerei). Aufgefächert in 8 Linien, vom Südflügel kommend gen Norden, folgen sie in ihrer Richtung der Ausbreitung der Zisterzienser von Frankreich nach Skandinavien. Ein Zug der Linien durch Raum und Zeit, ein Durchzug? Was bleibt? – Lichterfahrung! Gothik ist Lichtarchitektur. Dieses Licht wird reflektiert im Weiß der Servietten. Wiederholung und Wandlung geschieht im Licht- und Schattenspiel der Sonne auf dem Stoffweiß, morgens und abends. Changierungen von Weißtönen: Perlmuttweiß, Milchweiß, Wolkenweiß, Mondweiß…

Die Wäsche auf der Leine im Garten erzählt Geschichten vom Leben der Menschen, die in dem Haus wohnen, das zu dem Garten gehört. In der Installation „ALSWIE“ hängen weiße Tischservietten auf der Wäscheleine im Kirchenschiff von Kloster Chorin und „atmen“ im Wind. Viele Assoziationen sind möglich: das weiße Ordensgewand des Zisterzienserordens, „Zupf Dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß.“ (Joachim Ringelnatz), weiße Taschentücher, die zum Abschied winken, weiße Fähnchen, die Ergebung signalisieren. Das Wort Serviette ist aus dem Französischen, und heißt übersetzt: „die kleine Dienerin“, ein Tuch, das während und nach einer Mahlzeit dazu dient, den Mund abzutupfen. Es geht ums Essen, ums Sattwerden!

Auf dem Steinfußboden, parallel zum Friedhof hinter der Kirchenmauer, wird der Blick von oben nach unten gelenkt: Ein Altartischtuch (aus Kloster Loccum) ausgebreitet wie zum Picknick. Darauf stehen 24 Weckgläser, gefüllt mit goldenem Akazienhonig. In den Honigweckgläsern sind „schlafen gelegt“ eine Rose, eine Libelle, ein mumifizierter Frosch, ein Geldstück, Scherben, ein Milchzahn, eine vergoldete Liebesperle … 8 Servietten sind gefaltet.


15. September 2018 bis 9. Dezember 2018

Lichte Höhe – Skulptur und Grafik

Künstlerin: Anna Arnskötter

Zeitgenössische Kunst - Anna ArnskötterTürme, Häuser, Schornsteine, Treppen und Landschaften sind Anna Arnskötters Motive. Sie sind nicht nur Architektur, sondern gestaltete Landschaft – ein geheimnisvolles Bündnis von Natur und Kultur, Materie und Geist. Man will die Dinge erkunden, die Wege durch die Skulpturen finden und sie am liebsten ersteigen. Die Bildhauerin studierte an der Freien Akademie Nürtingen und der Kunsthochschule Weissensee, sie lebt und arbeitet in Lentzke. Ob sie mit ihren Skulpturen auf aussergewöhnliche Weise in die Breite arbeitet und dadurch, selten bei Skulpturen gesehene Landschaften oder Ebenen vor uns ausbreitet oder ob sie uns Treppen an hohen Häusern hinauf führt; spannend ist der Weg allemal.

Ausstellungen "Zeitgenössische Kunst" im Infirmarium

Im ehemaligen Zisterzienserkloster präsentieren wir seit 2010 zeitgenössische Kunst. Dabei dienen die historischen Räume des ehemaligen Infirmariums, des Kranken- und Gästehauses der Mönche, als Rahmen und geben Arbeiten eine besondere Atmosphäre. Zurück zur Übersichtsseite: Kunst im Infirmarium.

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